Neue Ausstellung am Emslandmuseum eröffnet

Sögel. Mit der Ausstellung „Gefühlswelten“ beschließt das Emslandmuseum Schloss Clemenswerth die Reihe ForumFormClemenswerth in diesem Jahr mit beeindruckenden Werken des jungen polnischen Bildhauers Grzegorz Gwiazda. Im Pavillon Clement August sind bis zum 1. November zehn Arbeiten aus Bronze oder Papier mit zum Teil raumgreifender Präsens zu sehen. Zur Vernissage (4.09.) war neben dem Künstler und dem stellvertretenden Landrat Wilfried Lübs auch eine Delegation des Rotary Clubs aus Lidzbark Warminski (Polen) gekommen, die den Transport der Kunstwerke finanziell unterstützten. Sie Idee zur Ausstellung auf Schloss Clemenswerth hatte der EHB-Vorsitzende Hermann Bröring, der bei einem Treffen seines Rotary Clubs Lingen mit dem polnischen auf die Arbeiten des jungen Künstlers aufmerksam gemacht wurde. Gefördert wurde die Ausstellung von der Emsländischen Sparkassenstiftung und der EWE Stiftung.

Grzegorz Gwiazdas Motiv ist der Mensch. Dabei stellt er ihn weder abstrakt noch naturalistisch dar, sondern, so wie Museumsdirektor Oliver Fok sagt, „in einem Übernaturalismus“. Dieser zeigt sich in der Kunst von Gwiazda darin, dass er nicht bei der reinen Abbildung eines Menschen als Figur stehen bleibt. Vielmehr sind die Skulpturen körpergewordener Ausdruck eines seelischen Zustands, einer körperlichen Verfassung oder einer inneren Haltung. Entsprechend betitelt er auch seine Arbeit mit beispielsweise SECRET oder SHAMEFACED. Dem Künstler gelingt es, überzeugende Abbilder menschlicher Gefühlswelten zu schaffen. Seine wichtigsten Ausdrucksmittel sind dabei zum einen die Körpersprache und die Gestik, die Gwiazda durch Beobachtung und Studium, u.a. der menschlichen Anatomie, perfekt einzusetzen weiß. Zum anderen kommt der Materialität, also der Oberfläche seiner Figuren, auch eine wesentliche Bedeutung zu. Der Betrachter kann dies besonders bei den papiernen Arbeite erfahren. Die empfindliche Materialität des Papiers spiegelt die menschliche Verletzlichkeit wieder. Gleichzeitig wirken die Figuren dadurch auch morbide und erinnern an die Vergänglichkeit des Lebens.

Grzegorz Gwiazda wurde 1984 in Lidzbark Warminski geboren. Er studierte in verschiedenen Kunstakademien in Polen und Italien. 2009 graduierte er mit Auszeichnung und hat seitdem eine Assistentenstelle an der Kunsthochschule in Warschau, wo er 2014 promovierte. Bisherstellte er in Polen, Italien und Spanien aus.

Die Ausstellung ist zu den regulären Museumsöffnungszeiten (Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr) zu sehen. Gelegenheit an einem geführten Rundgang teilzunehmen, haben interessierte Einzelbesucher mit Museumspädagogin Anne Büssgen am 9. September und 14. Oktober um jeweils 15 Uhr. Schulklassen wie auch Erwachsenengruppen können zudem Kunstgespräche durch die Ausstellung buchen. Weitere Informationen und Anmeldungen unter Tel. 05952 / 93 23 25.